Favara  und die versteckte Kunstgalerie

Favara und die versteckte Kunstgalerie

 

FARM CULTURAL PARK

 

 

Nur knapp 20 km hinter San Leone in den Bergen Siziliens liegt die kleine Stadt Favara. Der italienische Wetterbericht meldet für heute keinen Regen mehr, so schwingen wir uns auf unsere Räder und los geht es in das Hinterland Agrigentos. 

In San Leone führt ein Radweg schön dem Ufer entlang, leider endet dieser zur Zeit bald darauf an einem Baustellenzaun. Wir radeln der Straße entlang weiter bis Fiumenaro, biegen dann ab in Richtung Villagio Mosé. 

 

 

 

 

 

 

Dann steigt die Straße stetig an bis Favara. Auch auf dieser Strecke finden sich immer wieder Spuren der rücksichtslosen Autofahrer. Überfahrene Katzen sind schon ein alltägliches Bild. Heute liegt im Gras am Straßenrand ein Bernhardiner Hund. Wolfgang meint „ der schläft aber gut“. Ich sehe auf den ersten Blick daß dieser arme Hund wohl für immer seine Augen geschlossen hat. 

Unser erstes Ziel ist die Chiesa Madre, deren Kuppel wir schon von weitem bewundern können. 

Die Kirchen schließen ja auf Sizilien bekanntlich über die Mittagszeit ihre Türen, deshalb haben wir uns heute schon zeitig auf den Weg gemacht. 

Die Kirche ist schon von aussen ein Schmuckstück mit den goldenen Mosaiken erinnert sie mich an Real Monte in Palermo. 

 

 

 

Innen ist sie schön hell und sehr bunt bemalt. Wohin wir auch blicken, überall finden unsere Augen moderne Malerei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Früher  war die Stadt nur bekannt für Mafia und Arbeitslosigkeit; kein Tourist hat sich hierher verirrt, bis ein Ehepaar das historische Stadtzentrum mit der Farm Cultural Park zum Hotspot etabliert hat. Vom großen Touristenandrang ist dieses Viertel noch weit entfernt, hauptsächlich kommen Studentenklassen zur Besichtigung.

Der große Mafiaboss Gerlandino Messina soll sich hier für lange Zeit vor den Carabinieri versteckt haben. Im gleichen Jahr als diese Farm gegründet wurde, wurde  der Mafiaboss verhaftet. Viele Einwohner wollten die Stadt verlassen, hat das nahegelegene Agrigento  so viel mehr zu bieten – vor allem Arbeit.

Wir haben davon von Freunden erfahren, finden diese aber auch als Sehenswürdigkeit  in unserem Navigationsgerät. 

Dieses besagte Ehepaar  hat einige alte baufällige Häuser aufgekauft und Künstler eingeladen diesen interessanten Ort zu schaffen. 

Heute verirren sich einige mehr Touristen hierher, jedoch sucht kaum einer diesen Ort wirklich bewusst – ausser uns natürlich. 

 

 

 

 

Wir sind schon ganz nah und sehen uns doch ein bisschen ratlos um in welche Richtung wir denn gehen sollen. Ein Mann steigt gerade in sein Auto, fährt los und bleibt gleich neben uns wieder stehen. Er sieht uns anscheinend an was wir suchen und zeigt uns den Weg. Nur um eine Ecke, und schon sind wir da. 

 

 

 

 

 

 

Eine junge Dame lädt uns ein die Ausstellung über Detroit zu besichtigen, welche in den Gebäuden stattfindet. Gerne bezahlen wir € 5.00 pro Person, ist es ja auch für einen guten Zweck. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir lassen uns durch die verschiedenen Räumlichkeiten treiben bis wir auf einer Dachterrasse landen. Von hier haben wir einen tollen Blick in die Gassen unter uns und auf die Kirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es finden auch schon wieder neue Baumaßnahmen statt, die Ausstellung ändert sich alle 2 Jahre im Juni. Da wird umgebaut, neue Bilder werden gemalt. 

Wieder „unten“ angekommen begeben wir uns auf Entdeckungsreise und sind neugierig was sich in den engen Gassen und Treppen so alles findet. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mich beeindrucken die vielen Bilder auf den Wänden der verwinkelten Gassen dieser Farm. 

Über einer Mülltonne ist das Bild von Putin gemalt – darunter steht: „Put in the Trash“. 

Auf einer anderen Wand überragt ein riesiger Elefant die Besucher. Dieser ziert seit 2 Jahren dieses alte Gemäuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dieser ausserordentlich interessanten Tour meldet sich auch schon unser Magen. Radfahren und laufen ohne etwas zu essen – das geht gar nicht. Wir machen uns auf den Weg zur Piazza Cavour und sehen ob wir hier etwas zwischen die Zähne kriegen. 

Kurz in einen Hinterhof geschaut entdecke ich unter Anderem den Spruch „ Cu mangia fa muddrichi “ welcher übersetzt heißt: wer isst der macht Brösel. Wolfgang meint daraufhin – „bei mir trifft das auf jeden Fall zu“. (Die Übersetzung hab ich nicht aus dem Wörterbuch – Danke Maria! )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Entscheidung steht an.  Erzeugen wir Brösel in einem  Café oder einem  Restaurant. Ich entscheide mich für das Restaurant, denn ein Bild aussen an der Wand erinnert mich an einen Blog – Beitrag von unseren Freunden – sie haben hier scheinbar sehr gut gegessen. 

 

 

 

 

 

 

Kaum sitzen wir am Tisch bringt uns der Chef des Hauses schon die Bruschetta, welche schwups die wupp schon aufgegessen wird. 

Wir entscheiden uns für Pulposalat und Muscheln als Vorspeise. Die Muscheln müssen jedoch erst geholt werden, es dauert aber nicht sehr lange. 

Dieses Restaurant kann ich wirklich weiter empfehlen. Der Wein schmeckt ausgezeichnet und die Pasta steht den Vorspeisen in nichts nach. Jedoch sind die Portionen so groß daß wir nicht alles schaffen. 

 

 

 

 

Anschließend stellt der Chef des Hauses eine Flaschen Amaro auf den Tisch und zwei Gläser – zur Selbstbedienung.

Der italienische Wetterbericht hat doch vorhergesagt daß es heute nicht regnet. Wir glauben ihm am jetzt kein Wort mehr. Es regnet und wir warten ab.

2 Männer betreten das Lokal, einer davon ist sehr kommunikativ, beginnt gleich ein Gespräch mit uns. Kurz darauf bestellt er beim Wirt 2 Cassata für uns, diese sollen wirklich sehr gut sein.

Der Bauch sagt nein – der Anstand  ( man darf kein Geschenk ablehnen ) und die Neugier JA! Und die Neugier hat sich gelohnt – diese Nachspeise schmeckt wunderbar. So habe ich mir eine Cassata immer vorgestellt.

 

 

 

 

Der Regen lässt nicht  nach, also ziehen wir die Regenjacken an und machen uns auf den Heimweg. Der spendable Herr vom Nebentisch meint ob er uns mit den Auto nach Hause bringen soll. Doch das lehnen wir dankend ab, es geht ja nur noch bergab und es sind ja nur 20 Kilometer.

Schon nach kurzer Zeit sind wir ( zum Glück nur aussen ) nass. Wobei aus den Schuhen schon langsam ein Bach rinnt. 

Schon fast wieder am Ziel fahren wir nichtsahnend auf dem Radweg in San Leone. Die Autofahrer sind hier auf Sizilien nicht wirklich rücksichtsvoll. Von 50 Autos verringern nur 2 ihr Tempo um an uns vorbeizufahren. Der Rest düst ungebremst durch die Wasserlacken und so bekomme ich regelrecht eine Dusche ab. Ganz ganz selten fluche ich, doch jetzt hält mich nichts mehr zurück.

Wenn es nur sauberes Wasser wäre – leider nein. Mein Gesicht und die ganze Kleidung ist voller Dreck von der Straße, zwischen den Zähnen knirscht es. Und nein – es sind keine Sommersprossen, es ist wirklich Dreck!

 Doch wie heißt es so schön?

 

 

 

 

HUMOR IST WENN MAN TROTZDEM LACHT!

 

 

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