Sciacca, die Stadt der Überraschungen

Sciacca, die Stadt der Überraschungen

 

IN STEIN GEMEISSELT UND IN HOLZ GESCHNITZT

 

 

Sciacca entwickelte sich unter den Arabern zu einem landwirtschaftlichen Zentrum. Für mich gibt es einen besonderen Grund diese Gegend zu besuchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir übernachten direkt am schönen Hafen und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg in das Zentrum der Stadt. Über eine Treppe erreichen wir direkt vom Hafen die große Piazza Scandaliato. Von hier haben wir einen tollen Blick auf den Hafen und das Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

Entlang des  Corso Emanuele liegen die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Basilika ist unser erstes Ziel, bevor wir uns durch die schmalen Gassen der Stadt treiben lassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei einem Blick in einen Hinterhof deutet uns ein Mann aus dem Auto daß wir hier ruhig eintreten können. Er rät uns durch die Türe am Ende des Hofes in den ersten Stock zu gehen. Wir befolgen seinen Rat und landen  einen Stock höher auf einem beeindruckenden Platz. 

 

 

 

 

 

 

Der prachtvolle Palazzo Steripinto, von 1501, dessen Fassade aus diamattierten Quadern und Zinnen besteht ist ein besonderes Schmuckstück. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was uns auffällt, diese Stadt ist ausgesprochen sauber. Hier scheint es kein Müllproblem zu geben. 

Der wahre Grund weshalb ich nach Sciacca wollte, ist das Castello Incantato, ein Freilichtmuseum der besonderen Art.

Hier werden in einem wunderschönen Olivenhain über 3000 Köpfe, in Stein gemeisselt  oder in Holz geschnitzt, ausgestellt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Freilichtmuseum übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem. Unvorstellbar wie ein Mensch allein diese Anzahl an Steinköpfen herstellen kann. Immer wieder staunen wir über Ähnlichkeiten mit uns bekannten Menschen – zumindest bilden wir uns diese ein.

 

 

 

 

Nicht weniger interessant ist die Geschichte von Filippo Bentivegna.

Er wurde in Sciacca in eine Großfamilie mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geboren. Er musst schon als Kind hart arbeiten und konnte deshalb nicht zur Schule gehen. Im Alter von 20 Jahren hat er sich von 1908 – 1912 in die Navy eingetragen. Als er nach Sciacca zurückkam, fand er keine Arbeit und suchte sein Glück in Amerika. 

Dort war das Leben aufgrund seiner total anderen Ideen sehr schwierig  Er wurde sehr krank, da er den Rassismus und die Unterdrückung nicht verarbeiten konnte. 

In dieser Zeit hat er sich unsterblich in eine Amerikanerin verliebt, wurde von deren Verehrer zusammengeschlagen und kehrte anschließend geistig verwirrt in seine Heimat zurück.

Er kaufte sich von dem in Amerika gesparten Geld einen kleinen Bauernhof, auf dem er den Rest seines Lebens verbrachte. Er malte, schnitzte Skulpturen aus Holz und Stein.

Er gab ihnen Namen und in seiner Fantasie waren diese Skulpturen Untertanen eines Königs. In seinem Bauernhaus waren die Wände mit Malereien von Wolkenkratzern bemalt und erinnerten ihn an seine Zeit in Amerika. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er wurde 79 Jahre alt. 

Sogar in einigen Höhlen, von denen zur Zeit nur eine begehbar ist, sind Gesichter in den Steinwänden zu erkennen, wie auch im Stamm von alten Olivenbäumen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend besuchen wir Marinella de Selinunte, ein kleines Fischerdorf an der Südküste in der Nähe der Tempelanlage von Selinunte. 

Wir haben uns mehr von diesem Ort erwartet, die Luft riecht nach Abwasser und es ist ziemlich schmutzig, am Strand und am Straßenrand. 

 

 

 

 

 

 

Wir beschließen heute nicht hier zu bleiben, geniessen die Aussicht beim Mittagessen und machen uns weiter auf die Reise.

1474total visits,7visits today

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.