Ein Schweizer Weingut in Chile

Ein Schweizer Weingut in Chile

 

Vom Lande in die Stadt

 

Pukon ist ein hübsches kleines Städtchen in der chilenischen Vulkangegend. Leider findet der Flug über die Vulkane nicht statt, auch nicht am nächsten Tag. Gleich in der Früh gab es Hoffnung, denn der Himmel zeigte sich strahlend blau, doch bald schon ziehen erste Wolken auf.
Ich habe mich heute von der Wanderung zum Aurakarienwald abgemeldet, noch sitzt mir eine leichte Erkältung im Nacken. Wolfgang hat ein Foto davon mitgebracht.

 

 

 

 

So mache ich mich anderweitig nützlich, putze das Wohnmobil innen und aussen, da es vom letzten Campingplatz noch ziemlich staubig in allen Fächern und Ritzen ist. Diese Vulkanasche kommt aber auch überall hinein. Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt bringt auch in meinen Tag ein bisschen Abwechslung.

 

 

 

 

 

Nach 2 Tagen ist es Zeit unsere Reise fortzusetzen. Wir fahren zu einem Weingut in Chillán. Dieses gehört dem Schweizer Ruidi. Auch er ist so wie viele der Liebe wegen hierher gezogen. Das Land hat er aber schon vorher mit einem Freund zusammen gekauft, welcher jedoch immer noch in der Schweiz lebt.

Auf dem Weg dorthin fahren wir an zahlreichen Plantagen von Obst, Nüssen, Eucalyptusbäumen und natürlich Wein vorbei. Auch treffen wir sehr viele Lastfahrzeuge beladen mit Holz. Das haben wir in ganz Argentinien nicht gesehen. Fabian erzählte uns, die Argentinier bekommen das Öl und Gas so billig, dass keiner Holz verwendet, da dies auch mit Arbeit verbunden ist. So unterschiedlich ist es gleich hinter den Bergen in Chile.
Die ersten 2 Stunden der Fahrt sind ziemlich anstrengend, regnet es doch in Strömen. Für die Menschen hier ist der Regen ein Segen, seit 4 Wochen fiel keinen Tropfen. Es muß alles bewässert werden. Ab Mittag ist der Regen dann vorbei und die Fahrt wird gleich entspannter.

Die Straßenverhältnisse haben sich hier auch gebessert, doch gibt es Kuriositäten entlang der Autobahn. Bushaltestellen, Fußgängerüberführungen, dann kommt ein Radfahrer auf der linken Seite entgegen, andere Radfahrer fahren zu dritt nebeneinander auf dem Pannenstreifen. Immer wieder weist ein Schild auf Fußgänger auf der Autobahn hin, mancher überquert alle 4 Fahrspuren und klettert über die Mittelleitplanke. Dann spaziert ein Hahn am Straßenrand, ein Hund versucht den vorbeiziehenden Autos in die Reifen zu beissen. Es gibt immer wieder etwas spannendes.
Am frühen Nachmittag erreichen wir als erste das Weingut. Das ist noch nie vorgekommen daß wir die ersten waren, eher bei den letzten, da wir es in der Regel nie eilig haben und die Fahrt und so manche nette Pause geniessen. Wir bekommen auch gleich Besuch von einer neugierigen Fellnase.

 

 

 

 

 

 

 

Seit 4 Wochen ist hier kein Tropfen Regen gefallen, so freut sich darüber wohl nur der Weingutsbesitzer, wir suchen Schutz unter einem Dach.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer ausführlichen Erzählung seiner Lebensgeschichte, der Entstehung dieses Weinguts und einer Verkostung geniessen wir ein supergutes Abendessen im neu restaurierten Lokal, welches von 2 Südtirolern geführt wird. Auch die Weinverkostung kann weitergehen, übernachten wir doch gleich hinter dem Haus direkt an den Weinreben.
Als diese 2 Schweizer dieses Land gekauft haben war hier noch gar nichts, nur leeres Ackerland. Heute gedeihen hier ca. 70 ha Wein, Linsen und Weizen. Dazu ein Wohnhaus, der Weinkeller und alles was dazugehört zu einer Winzerei.

 

 

 

 

Wir verbringen hier eine sehr ruhige Nacht neben den Weinreben und verlassen diesen Ort bei wunderschöner Morgenstimmung in Richtung Santiago de Chile.

 

 

 

 

 

Die Fahrt vom Weingut in Chillán nach Santiago de Chile verläuft unspektakulär. Wir fahren an die 400 km auf der Autobahn. Das Thermometer klettert heute auf über 30° C.
In Santiago braucht man für die Stadtautobahn ein Mautticket, dies kann an einer Copec Tankstelle in San Francisco de Mostazal gelöst werden. Für jeden Tag den wir in Santiago unterwegs sind müssen wir ein Ticket lösen, also für Anfahrt und Abfahrt, denn sonst bewegen wir uns zu Fuß und mit der U-bahn durch die Stadt. Falls dieses Ticket, bei dem die Autonummer registriert wird nicht gelöst wird, bekommt man bei der Ausreise an der Grenze ein Problem.

Um die Fahrt ein wenig interessanter zu gestalten, entschliessen wir uns ca. 60 km vor Santiago die Autobahn zu verlassen und ein Stück entlang der Weinstraße zu fahren. Wir kommen wieder an zahlreichen Obstplantagen vorbei und fahren durch mir nicht ganz geheuer wirkende Dörfer. Immer wenn die Fenster der Häuser vergittert sind und hohe Zäune das Grundstück umgeben ist es ein Zeichen dafür daß die Gegend nicht wirklich sicher ist.

 

 

 

Heute ist Wahlsonntag, der Präsident wird gewählt. Das heißt, solange die Wahllokale offen haben gibt es keinen Alkohol, auch nicht in Restaurants zum Essen. So ist es auch logisch daß die Weingüter entlang der Weinstraße heute ihre Einfahrtstore geschlossen halten.
Ausser das Weingut Santa Rita, dieses kann Teilweise besichtigt werden, jedoch ohne Weinverkostung. Wir genehmigen uns einen Kaffee und sehen uns das Museum an. Leider fotografieren verboten, und streng bewacht. KEIN FOTO. In der Ferne können wir schon die hohen Berge der Anden erkennen, diese sind an die 5000 m hoch, kaum zu glauben.

 

 

 

 

 

 

In Santiago de Chile schlafen wir auf einem Parkplatz am Rande der Stadt in einem Villenviertel. Auch hier sind die Mauern mit Stacheldraht und Elektrozäunen gesichtert, nicht gerade sehr beruhigend. Doch die Polizei ist sehr aufmerksam, beobachtet die Umgebung und so fühlen wir uns nicht ganz so unwohl. Es gilt wieder Reste verkochen, da wir bald wieder eine Lebensmittelkontrolle passieren werden. 

 

 

 

 

 

 

Bei einem Spaziergang am Abend in die nähere Stadt begegnen uns zahlreiche Autos, jubelnden, mit Fahnen wehenden Menschen. Scheinbar sind diese zufrieden mit dem Wahlergebnis.

 

 

 

 

 

 

 

Die Restaurants sind teilweise wieder geöffnet, nur das höchste Gebäude von Südamerika leider heute nicht. Wir bewundern es eben von unten und versuchen es morgen wieder.

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