Nach 3 spannenden wundervollen Wochen auf der Insel Korfu heißt es Abschied nehmen. Nicht nur von der Insel, auch von meinem Sohn mit Familie.
Diese sehen wir von Deck unserer Fähre aus über unseren Köpfen davonfliegen.
Nach 1 1/2 Stunden Fahrt erreichen wir den Hafen von Igoumenitsa. Wir fahren gleich weiter zur Kalami Beach. Auf diesem Campingplatz waren wir vor 4 Jahren schon einmal.
Schon am nächsten Tag unternehmen wir eine kleine Wanderung. Die müden Knochen wollen bewegt werden. Leider führen alle Wege meist der Straße entlang. Doch bald schon biegen wir ab und es geht bergab zu einer kleinen Bucht. Was uns hier erwartet hätten wir uns nicht gedacht. Eine coole Location mit griechischer Musik und ein wunderschöner kleinen Strand mit Liegen und Sonnenschirmen. Leider keine Badesachen mit dabei.

Begrüßt werden wir gleich vom Haushund, der sich aber sogleich wieder verabschiedet und im Wasser nach Fischen jagt.
Wir trinken einen Espresso und werden gleich von einigen Katzen belagert. Eine davon ist besonders keck und hüpft gleich auf den Tisch. Sie macht sich an unserer Wasserflasche zu schaffen, da verstehe ich daß sie Durst hat. Ich gieße etwas in meine Untertasse und das Kätzchen trinkt so hastig, daß ich gleich zwei mal nachfüllen muß. Anschließend macht sie es sich auf meinem Bauch bequem.
Wieder zurück bei unserem Strand hält mich nichts mehr und ich werfe mich in die Fluten.
Knapp 50 Kilometer weiter der Küste entlang fahren wir nach Parga.
Die Stadt selber liegt 20 Minuten Fußmarsch entfernt. Erst dem Strand entlang, der mit Schirmen und Liegestühlen übersät ist. Dann steil bergauf bis zum Eingang der Burg und ebenso steil wieder hinab zum kleinen Hafen.
Ein Restaurant reiht sich an das nächste, dazwischen kleine Geschäfte mit allerlei Krimskrams. Trotz der vielen Touristen ist es doch sehr nett hier.
Heute wandern wir in die andere Richtung. Steil bergauf führt uns der Weg durch Olivenbaumplantagen zu einem Wasserfall. Wir sind überrascht und erstaunt über diesen schönen Platz und den faszinierenden Wasserfall, der kerzengerade weit in die Tiefe stürzt.
Ein kleines Gasthaus weiter unten lädt zu einer Pause ein.
Abends fahre ich mit dem Taxiboot in die Stadt, Wolfgang ist zu müde. Den Rückweg trete ich dann wieder zu Fuß an und kehre spontan zu einem Cocktail ein.
Noch vor dem Frühstück mache ich mich erneut auf den Weg und steige hoch zur Burganlage. Noch bin ich allein in dem riesigen Areal und lasse meine Drohne steigen. Ich erklimme alle Ebenen der Anlage und entdecke immer wieder neue interessante Ecken.
http://Festung Parga
Gut gestärkt machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Das Taxiboot fährt heute nicht, zu viel Wind. Also wieder über den Hügel in die Stadt, weiter dem Ufer entlang bis zum Ende der Häuser.
Jetzt führt der Weg in einen Wald. Nun geht es über Stock und Stein steil bergauf, hoch hinauf. Dazwischen fantastische Aussicht auf das Meer und Parga. Dieser Weg wird sicherlich nicht oft begangen, ist er doch ziemlich zugewachsen. Wir erreichen unser Ziel, die Kapelle St. Elena. Ein kleines schönes Kirchlich inmitten eines Olivengartens.
Den selben Weg steigen wir wieder bergab und kehren in einer Taverne ein. Nach einer Siesta am Nachmittag steigen wir erneut hoch zu einem Restaurant. Das Beste an diesem war die Aussicht, das Essen hat überhaupt nicht überzeugt.
Wolken bedecken heute den Himmel, ein gemütlicher Tag steht an. Am Nachmittag juckt es uns dann doch in den Beinen und erneut wandern wir hoch zur Burg. Die Festung von Parga ist eine venezianische Festung, das Wahrzeichen der Stadt. Der Eintritt ist frei und die Aussicht sehr schön. Die Festung wurde Anfang des 15. Jahrhundert von den Venezianern erbaut. Im Laufe der Jahre wurde sie von der französischen, russischen, türkischen und britischen Armee regiert. Da ich gestern schon mit meiner Drohne hier unterwegs war, fungiere ich heute als Wolfgangs Reiseführer.
Nach 5 Tagen reisen wir weiter. Wir fahren für unsere Reisegewohnheiten heute eine längere Etappe. Ganze 184 Kilometer. Vorbei an Lagunen, riesigen Olivengärten und Orangenplantagen. Der Weg führt lange einem Fluß entlang, wo wir auch einen schönen Platz für eine Pause finden. Gleich werden wir von einer Familie Wasservögel beäugt.
Die letzten 3 Kilometer sind Sandpiste, fast auf Wasserniveau. Bei Regen sicherlich schwierig zu befahren. Eine große Schildkröte kreuzt unseren Weg. Angekommen beim Porto Skrofo parken wir uns ein. Ausser uns ist nur noch ein kleiner Campingbus da.
Die kleine Taverne ist noch geöffnet, doch die Strandliegen und Sonnenschirme werden gerade abgebaut. Wir spazieren durch die Gegend und beobachten Vögel. Ein wunderschöner Platz inmitten der Natur. So mögen wir das. Wir bekommen ein sehr geschmackvolles Abendessen serviert.
Durch den Messalongi Nationalpark führt die Straße wieder zurück, entlang zahlreichen Salzlagunen, bevölkert von hunderten Vögeln und Flamingos.
Schon von der Ferne sehen wir die Brücke bei Patras, die auf den Pelepones führt. Letztes Mal sind wir über die Brücke, heute nehmen wir die Fähre und bestaunen das Bauwerk vom Wasser aus.
Angekommen beim Campingplatz werden wir schon von Wolfgangs Cousin Hans und seiner Frau Eva erwartet. Auch hier lockt das Wasser gleich zum schwimmen und zum Lesen.
Nach einem weiteren Tag trennen sich unsere Wege. Unser nächster Zwischenstopp ist der Kanal von Korinth. Dieses Mal haben wir Glück und es passiert ein Schiff diesen Kanal. 84 Meter hoch ragen die Wände empor, für die damalige Zeit ein unglaubliches Bauwerk, das auch erst nach mehreren Anläufen gelang.
In Nafplio parken wir beim Hafen und spazieren in die Stadt. Vor 4 Jahren waren wir auch schon hier, und haben damals die 1000 Stufen bis zur Burg erklommen. Dieses Jahr nehmen wir es gemütlicher und spazieren durch die hübschen Gassen.
Nafplio war von 1829 bis1834 die provisorische Hauptstadt von Griechenland.
Der Campingplatz Kastraki liegt etwas ausserhalb der Stadt, an einem wunderschönen Strand. Auch hier stehen nur mehr vereinzelt Campingmobile. Der starke Wind peitscht hohe Wellen an das Ufer, schwimmen ist heute gestrichen.
Ausser den rauschenden Wellen ist nichts zu hören. Ein traumhafter Sonnenaufgang lässt mich wieder sehr früh das Bett verlassen.
Wir besuchen erneut die Stadt, während wir auf die Füllung unserer Gasflasche warten. Und wieder entdecken wir neue Ecken.
Wir verlassen bald die Küste und fahren über die Berge nach Sparta. Zahlreiche Serpentinen schlängeln sich durch die Berglandschaft.
Sparta ist eine eher moderne Stadt mit unspektakulären, ja nicht gerade schönen Häusern. Dazwischen einige Ausgrabungen und alte, dem Verfall gewidmete ehemals prunkvolle Villen. Unvorstellbar solche Juwele nicht zu schätzen und vor dem Einsturz zu bewahren. Wir besichtigen das Olivenölmuseum und setzen unsere Reise fort.
Nach einer ruhigen Nacht unter Olivenbäumen in Mystra, wo wir die Festung von 4 Jahren besichtigt haben, fahren wir der Küste entlang in Richtung Süden.
Die Festung ist allerdings sehenswert. Eine unglaublich schöne Strecke durch wunderschöne Landschaft. Für unsere obligatorische Kaffeepause mache ich wieder einmal einen wunderschönen Platz ausfindig. Im Supermarkt hat Weihnachten schon Einzug gehalten. Ein merkwürdiges Gefühl zur Flip Flop und Badezeit.
Es geht auf die Fähre, die uns in wenigen Minuten auf die Insel Elafonisos bringt. Ein Wunschziel von mir seit unserem letzten Besuch. Einer der wenigen Orte, die wir erneut aufsuchen, da wir immer wieder neues entdecken möchten.
Ein traumhafter Strand hinter den Dünen mit karibischem Wasser. Hier ist die Saison noch nicht zu Ende, der Platz ist gut belegt. Jedoch die Liegen am Strand werden schon abgeräumt. Wieder bin ich zum Sonnenaufgang am Strand.
Nach dem Frühstück wandern wir gemeinsam dem Strand entlang zur Doppelbucht. Dort lasse ich meinen Vogel erneut fliegen. Plötzlich schwimmt ein Flip Flop zwischen meine Beine. Eine Welle hat meine Kameratasche und die Schuhe überspült. Während ich mein Equipment rette, läuft Wolfgang meinem Schuh hinterher, den die Welle mit sich gerissen hat. Per Zufall ist diese Situation auf Video, da meine Drohne schon auf filmen war. Glück gehabt und etwas zu lachen.
Am Nachmittag kämpfen wir uns gegen den Wind mit den Bikes der Küste entlang, teilweise steil hinauf. Dieses Jahr ohne E – Bikes, mit reiner Muskelkraft. Zur Belohnung eine gemütlich Einkehr in einer Bar. Die Preise sind jedoch eine Frechheit. Ein dünner, durchsichtiger Aperol Spritz und ein Glas Wein € 20,00. Und das natürlich ohne Rechnung.

Während Wolfgang Formel 1 schaut, werfe ich mich in die Wellen. Das Wasser ist herrlich warm.
Ein Tag im Wohnmobil ist angesagt, es regnet den ganzen Tag in Strömen. Der erste Regentag seit unserer nunmehr 6 wöchigen Reise.
Am nächsten Tag wieder Sonnenschein. Wir schwingen uns erneut auf unsere Räder und fahren um die Insel. Erst mal in die Stadt, wo es die ersten Kilometer wieder mal bergauf geht. Die Sonne scheint vom strahlenden Himmel, jedoch der Wind bläst uns anständig um die Nase. Das heißt von vorne, echt gemein. Unterwegs wieder eine nette Begegnung. In der Stadt ist das Saisonende schon zu erkennen, viele Geschäfte und Tavernen sind schon im Winterschlaf. Wir finden jedoch ein schönes Plätzchen für eine Pause in der Nähe des Hafens.
Ein Abstecher zur kleinen, malerischen Kapelle auf der vorgelagerten Halbinsel und die Fahrt geht weiter.
Auch hier gilt es wieder einen Berg zu überqueren. Also erneut in die Pedale treten. Die letzten 2 Kilometer dann die Belohnung für die Anstrengung. Nicht nur daß der Weg bergab führt, wir fahren der traumhaft schönen Bucht entgegen.
Nach einigen wunderschönen Tagen verlassen wir die Insel wieder. Gleich nach der Anlagestelle biegen wir ab und fahren zu einer Lagune. Flamingos stehen im seichten, violetten Wasser.
Weiter geht die Fahrt nach Gythio. Am Parkplatz vor dem Schiffswrack Dimitrios parken heute an die hundert Oldtimer, die an der Rallye Pelepones teilnehmen. Wolfgang begutachtet die Autos, ich lasse meine Drohne über das Schiffswrack fliegen.
Über alle Berge fahren wir auf einer spektakulären Route nach Finikounda. Wir überqueren einen Pass auf 1251 Metern Seehöhe.
In Finicounda dann die Ernüchterung. Die ersten beiden Campingplätze total belegt, der nächste offene zu weit von der Stadt entfernt. Wir wagen es hinter einem Schilfgürtel am Strand zu übernachten. Wenn wir Glück haben bekommen wir morgen einen Platz.
Leider ist seit diesem Jahr frei zu stehen nicht mehr erlaubt. Und wir haben Glück. Nach einer ruhigen Nacht bekommen wir einen schönen Platz unter großen Bäumen mit Sicht auf den Strand.
Beim einchecken erfahren wir daß vor einigen Tagen beim Nachbarplatz schreckliches passiert ist. Der Campingplatzbesitzer und ein Mitarbeiter sind erschossen worden. Deshalb wurde der größte Platz geschlossen und die anderen sind so voll. Vom Platz sind es nur ca. 15 Minuten Fußmarsch in die Stadt.
Wir gehen es wieder an, laden die Bikes aus und fahren nach Methoni. Die Herausforderung ist größer als wir sie in Erinnerung haben. Damals eben noch mit E – Bikes. Ein paar Jahre mehr auf dem Buckel und ohne Unterstützung macht doch einen großen Unterschied.

Kurzfristig entscheiden wir uns die riesige Burganlage zu besichtigen. Die Burg von Methoni ist ein der schönsten und bedeutendsten Burgen in Griechenland. Sie wurde von den Venezianern gebaut und erlebte ihre Blütezeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Es handelt sich um eine ganze Burgstadt, die sich über 93 Hektar erstreckt und das gesamte Gebiet der südwestlichen Halbinsel von Methoni bis zur Insel mit dem berühmten achteckigen Festungsturm einnimmt. Der Rundgang durch das Gelände dauert weit mehr als eine Stunde. Viele Mauern sind verfallen oder bröckeln vor sich hin. Einige Gebäude sind jedoch restauriert. Nach der Besichtigung stärken wir uns in einer kleinen romantischen Taverne, dann heißt es wieder in die Pedale zu treten.
Wir haben am ersten Tag in Finicounde eine nette Truppe aus Oberösterreich kennen gelernt. Am letzten Tag haben wir uns zu einem Abendessen verabredet. Die Taverne wird von Anastasia, einer Frau über 80 Jahre alt, alleine betrieben. Sie ist die Servicekraft und die Köchin. Wer ein bisschen Geduld mitbringt kann hier wunderbare Speisen in netter Atmosphäre geniessen. Die Bilder an den Wänden hat sie auch selber gemalt. Unglaublich.
Nach 5 Tagen verlassen wir Finicounda und fahren weiter Richtung Norden. Wir staunen nicht schlecht über die saftig grünen Wiesen unter den Olivenbäumen.
Bei einem Zwischenstopp in Pyrgos wandern wir durch die Gassen der Stadt.
Viele Kilometer vor Patras ist die Autobahn gesperrt. Ich vermute auf Grund der dort tobenden Waldbrände im Sommer. Wir fahren ewig weit durch verbranntes Gebiet auf beiden Seiten der Bundesstraße.
Wieder mit der Fähre von Patras auf das griechische Festland und bald schon erreichen wir unser heutiges Ziel in Lefkada. Wir beziehen einen wunderschönen Campingplatz, es ist hier auch schon ziemlich Ruhe eingekehrt.
Mit dem Bike geht es wieder bergauf, wie meist in Griechenland. Das Ziel ist das Kloster Fanorenemi hoch über Lefkada. Bei einer Serpentine stellen wir die Bikes ab und wandern über einen steilen Weg durch einen dichten Wald bergauf. Begleitet vom unglaublichen, herrlichen Duft tausender blühender Zykladen am Wegesrand.
Oben angekommen staunen wir über die gepflegte Anlage. Egal welchen Raum wir betreten, wir sind fasziniert.
http://Kloster Fanorenemi lefkada
Wieder zurück bei den Rädern fahren wir bergab, bis wir zu einer kleinen Kirche kommen. Im Garten stehen mächtige Bäume.
Vorbei an einigen Windmühlen, die leider nur noch als Ruinen zu bezeichnen sind, fahren wir durch die farbenfrohen Lagunen bis in die Stadt.
Lefkada ist eine sehr lebenswerte, bunte Stadt. Besonders in den schmalen Seitengassen finden wir bunte Häuser mit hübschen Balkonen, die uns sehr an Cuba oder Kolumbien erinnern.
Auf dem Weg nach Igoumenitsa, wo wir wieder die Fähre nach Italien besteigen werden, stoppen wir in Preveza. Die Altstadt hinter dem Hafen ist bunt und lebhaft. Romantische Gassen mit fantasievollen Lokalen. Auch die Kirchen, sind sie noch so klein, prunkvoll und mit Malereien ausgestattet. In einem modernen Cafe werden wir mit Köstlichkeiten verwöhnt. Kommt selten vor daß wir was übrig lassen, doch diese Portionen waren eindeutig zu groß.
Letzter Tag in Griechenland. Nach einer regnerischen Gewitternacht hat sich die Sonne wieder durchgesetzt. Wir verbringen den Tag gemütlich mit Blick auf das wunderschöne Meer. Begleitet mit ein bisschen Wehmut, dauert es sich wieder Monate bis wir das Meer wieder sehen und genießen können.
Am Abend fahren wir auf die Fähre, die uns nach Ancona bringt.









































































































































































































































