Magellanstraße und der erste Grenzübertritt

Magellanstraße und der erste Grenzübertritt

 

Erster Grenzübertritt von Argentinien nach Chile 

 

480 km, das ist die Strecke die wir heute zurücklegen. Auch steht der erste Grenzübertritt an. Wir verlassen für kurze Zeit Argentinien und betreten chilenisches Land.
Die Landschaft ändert sich heute ein wenig, die Büsche werden zusehends weniger, bis sie ganz verschwinden. Es gibt kaum noch Vegetation, dafür nimmt die Anzahl der Guanakos zu, vielleicht auch nur weil sie sich nicht mehr hinter den Büschen verstecken können. Ganze Herden grasen teilweise am Straßenrand und immer wieder sehen wir verendete Tiere, diese wurden wohl von den rasenden LKW`s erwischt.

 

 

 

Ein Highlight gibt es auf dieser langen Fahrt trotzdem. Wir machen einen kurzen Abstecher zur Laguna Azul. Dies ist ein Kratersee und liegt wunderschön in der kargen Landschaft.

 

 

 

Die meisten stellen sich nur an den Rand und blicken in den Krater, ich bin wieder mal neugierig und marschiere zu dem Kreuz auf einem kleinen Fels. Die Aussicht auf den See ist dort noch viel interessanter, es gibt dort eine Felsenbrücke.

 

 

 

 

 

 

Auch die Vegetation hat wieder zugenommen. Auf dem Lavagestein wachsen viele bunte Blumen.

 

 

 

 

 

Kurz danach erreichen wir die Grenze nach Chile. Die Grenzformalitäten sind nicht sehr schwierig zu bewältigen. Paskontrolle, Einreisepapier des Wohnmobils, ein Ausreiseformular muß ausgefüllt werden. Insgesamt brauchen wir 5 Stempel um die Grenze passieren zu dürfen. Den letzen gibt es dann draußen, nachdem die Kontrolleure das Auto nach frischen Lebensmitteln durchsucht haben.

 

Freiwillig öffne ich alle Fächer und so ist der nette Beamte zufrieden. Das einzige verbotene Lebensmittel das wir mitführen ist Honig. Diesen habe ich in eine Plastikdose abgefüllt und im Bad zu den Kosmetikartikeln gestellt. Die Kartoffeln und roten Rüben habe ich noch gestern abgekocht.
Verarbeitete Lebensmittel dürfen mitgenommen werden.

Jetzt sind es nur noch ca. 50 km bis zur Fähre auf die Magellanstraße. Wir treffen uns alle wieder dort und können gemeinsam auf derselben Fähre die Fahrt über das Wasser antreten.

 

 

 

Hier im Hafengebiet ist es untersagt herum zu spazieren, denn hier war einmal ein Mienenteppich ausgelegt. Mittlerweile soll es nicht mehr so vermient sein, aber sicher ist sicher. Wir übernachten direkt an der Magellanstraße am Hafen auf einer Wiese. 

 

 

 

 

 

 

Nun sind es nur noch 2 Tage bis nach Ushuaia, den südlichsten Punkt unserer Reise. Wir verlassen heute schon wieder Chile und fahren erneut nach Argentinien. Dieses Mal bewältigen wir den Grenzübertritt alleine, es ist kein Problem.
Die Landschaft ändert sich heute vermehrt. Grüne, saftige Wiesen in frühmorgendlichem Licht, die Straße schlängelt sich durch Hügel, in der Ferne erblicken wir die ersten Berge.
Ein Stück des Weges führt über eine Schotterstraße. Plötzlich wird der Verkehr, sofern man dies so nennen kann, angehalten. Der Grund dafür zeigt sich sehr bald. Wir werden von einer riesigen Schafherde umzingelt, einige Tausend Schafe suchen sich den Weg durch die stehenden Autos, ein richtiges Spektakel. Getrieben von Gauchos auf ihren Pferden und einigen Hunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir füllen wieder einmal unsere „frischen“ Vorräte auf in Rio Grande, dann fahren wir weiter nach Tolhuin, wo wir die Nacht verbringen. Zwischen Rio Grande und Tolhuin fahren wir durch einen Wald mit abgestorbenen knorrigen Bäumen. Behangen sind diese mit zahlreichen „Bärten“. Erzählungen zufolge sterben diese Bäume nicht wegen des Bartbefalls, sondern werden von schädlichen Käfern regelrecht zerfressen. Auch die Überpopulation von Bibern ist mit ein Grund für das Absterben dieses Waldes.

Unser Unterkunftsgeber, Roberto ist ein richtiger Sammler. Aus einer hier einst ansässigen Mülldeponie hat er für sich ein kleines Paradies geschaffen. Wohin auch unser Auge blickt, überall entdecken wir Kuriositäten, die er aus Abfall gebastelt hat. Sogar einen ganzen Kinderspielplatz wurde mit über 6000 Paletten errichtet, die hier weggeworfen wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer lustigen Grillparty in einem geschützten , geheizten Raum (bei diesen winterlichen Temperaturen eine Wohltat), und interessanten Erzählungen von Uwe über die Ureinwohner und den Falklandkrieg klingt der Abend langsam aus. Und dies vor einer wunderschönen Kulisse, wir stehen am Ufer des Lago Fagnano mit Blick auf verschneite Berge.

 

 

 

 

 

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