Es gibt kein Zurück – über alle Berge nach Kastanitsa

Es gibt kein Zurück – über alle Berge nach Kastanitsa

Nach dem Frühstück geht es los. Wir haben lange überlegt, abgewogen und geplant welche Route denn am Besten ist und gut befahrbar nach Kastanitsa. Dies soll eines der schönsten Bergdörfer hier in dieser Gegend sein.

Wir verlassen Kosmas wieder durch die enge Straße zurück und wollen die breite Straße bis Geraki fahren. Von dort soll es in die Berge gehen. Kurz nach Kosmas sehen wir ein Schild mit dem Wegweiser Kastanitsa 45 Kilometer. Wir überlegen nicht lange und biegen ab, das sind fast 30 Kilometer weniger als unsere geplante Route. 

Anfangs ist die Straße noch ganz in Ordnung, ich wundere mich daß die Griechen in der verlassenen Gegend solche Straßen bauen.

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Doch die Freude ist bald gemildert. Immer enger wird die Straße, die Äste hängen tief. Noch ist sie jedoch gut befahrbar.

Irgendwann befinden wir uns auf einer Art Alm, heraus aus dem Wald durch trockene Ebene. Die einzigen Lebewesen denen wir begegnen, sind Ziegen.

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Hier oben wachsen zahlreiche Edelkastanienbäume, also Marionibäume. Bis in die Mitte des Weges hängen die Früchte, direkt vor unsere Windschutzscheibe. „Du wolltest doch Kastanien fotografieren“, sagt Wolfgang. „Bitte sehr, direkt vor die Scheibe präsentiert“.

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Nach ca. 20 Kilometern wird es dann richtig abenteuerlich. Wir sind abseits jeder Zivilisation, ganz alleine. Die Straße verdient den Namen nicht mehr, sie gleicht eher einem Eselpfad. Ich halte immer Ausschau nach einem Platz wo wir umkehren könnten.  Immer wieder muß ich aussteigen um Wolfgang zentimetergenau über die Gräben und Löcher des Weges zu lotsen.

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In den Schränken scheppert es anständig, es bleibt scheinbar nichts mehr an Ort und Stelle. Aber egal, vorsichtig öffnen. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel. Die Navis sind nicht mehr vertrauenswürdig, wir müssen entscheiden, links oder rechts? Rauf oder runter?  So manche Straße kennt unsere Navitante nicht. Die Schilder an der Straße sind auch nicht hilfreich – wenn man kein griechisch kann.

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Irgendwann kommen wir dann doch wieder in ein Dorf. Die Mauern kommen dem Weg immer näher, wir glauben schon endgültig umkehren zu müssen.

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Zwei Männer aus dem Dorf winken uns weiter. Ich bin skeptisch, schau lieber mal nach. Ich steige aus und laufe ca. 200 m voraus um zu sehen wohin der Weg führt und ob wir überhaupt um die Kurven kommen. Es wird knapp, ist aber machbar.

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Wie es weitergeht wissen wir noch nicht. Wolfgang kommt mir schon entgegen, Zentimetergenau zwischen den Mauern. Wir denken, schlimmer kann es nicht mehr werden. Falsch gedacht. Der Weg nach Kastanitsa ist nicht 45 km lang, sondern am Ende sind es 70 Kilometer. Und die restlichen 40 haben es auch noch in sich.

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Wir kommen heute auf einen Durchschnitt von nicht mal 15 kmh. In Prastos kommen wir endlich wieder auf eine befestigte Straße.

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In Kastanitsa ist die Durchfahrt wieder sehr abenteuerlich, es erfordert genaues Zielen durch die engen Häuserschluchten.

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Der Ort ist wirklich sehr schön, aber zu unserem Entsetzen komplett ausgestorben. Wir begegnen keinem Menschen. Das Besondere an dieser Stadt sind die Dächer. Mit schweren Steinplatten belegt.

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MONIKA KOCH

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Wir entscheiden uns die Berge doch heute wieder zu verlassen und uns wieder an die Küste zu begeben. 30 Kilometer sind es bis Astros. Die Straße ist wieder sehr schmal, aber asphaltiert.

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Die Durchfahrt durch Sitena erneut ein Nervenkitzel, doch dann haben wir es geschafft. Und wir sind auch geschafft.

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fbt

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Angekommen beim Campingplatz in Astros kochen wir uns eine Carbonara und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

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