Eine außergewöhliche Schneeschuhtour in Südtirol

Eine außergewöhliche Schneeschuhtour in Südtirol

Ein Kloster und Nächte in alten Mauern

Nun endlich hat es geklappt. Beim sechsten Anlauf. Immer wieder kamen Reisebeschränkungen und diverse lock down dazwischen. Wir starten unsere kurze Auszeit mit der Fahrt über den Reschenpass nach Südtirol. Es herrscht kaum Verkehr auf der Straße und so nutzen wir auch die Gelegenheit am fast leeren Parkplatz am Reschensee einen kurzen Stopp einzulegen. Normalerweise ist dieser mit Bussen und diversen anderen Fahrzeugen zum Bersten voll. Der markante Kirchturm aus dem Jahre 1355, heutiges Wahrzeichen des Vinschgau, ragt aus dem zugefrorenen See. Dieser ist ein Überbleibsel des ehemaligen Dorfes Alt Graun. Der ganze Ort versank 1950 beim Fluten des Stausees.

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Nur wenige Kilometer hinter der Grenze erreichen wir schon unser Ziel. Majestätisch thront das Kloster Marienberg am Hang über dem Dorf Burgeis. Auf 1340 m.ü.M. die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas. Wir checken im Hotel Weisses Kreuz ein, das heißt wir haben uns für ein Zimmer im gegenüberliegenden Gebäude entschieden. Im „Ansitz zum Löwen“ begeben wir uns in die Vergangenheit, ganze 800 Jahre zurück.

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Die historischen Zimmer wurden in luxuriöse Suiten verwandelt. Wir haben uns beim durchstöbern der Homepage für ein bestimmtes Zimmer entschieden und werden nicht enttäuscht. Die Suite mit dem kleinen Erker verstrahlt angenehme Atmosphäre und die wunderschön geschnitzte Holzdecke und Schränke in der Wand verstärken unsere Begeisterung. Die Bäder sind neu und sehr geräumig.

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Wir nutzen das schöne Wetter und machen uns auf den Weg zum Kloster. Leider können wir nur in den Innenhof und die Kirche, das Kloster hat bis Anfang März seine Tore für Besichtigungen geschlossen.

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Wieder zurück sind wir neugierig auf den Wellnessbereich des Hotels. Dieser befindet sich im Haupthaus, wir müssen im Bademantel über die Straße. Kein Problem, in diesen engen Gassen herrscht kaum Verkehr. Das Spa lässt keine Wünsche offen. Ein heller Ruheraum mit Blick auf das Kloster und die Burg, ein dunkles Zimmer mit Wasserbetten und ein weiterer kleiner Raum mit breiten, bequemen Betten, allerdings ohne Aussicht. Die Saunen sind geräumig, zum Teil ebenfalls mit Aussicht. Dampfbad, Swimmingpool sowie im Aussenbereich Whirlpool und Aussenpool runden das Angebot ab. Heute sind wir noch fast alleine da, nur ein junges Paar teilt sich den ganzen Wellnessbereich mit uns.

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Das wird sich bis zum Wochenende noch sehr ändern. Die kulinarische Seite lässt ebenfalls keine Wünsche offen, wir werden mit Köstlichkeiten verwöhnt. Am nächsten Tag ist unbedingt wieder Bewegung angesagt. Das Wetter ist besser als vorausgesagt, viel besser. Strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Wir entscheiden uns heute für eine Wanderung zum Bergsee. Erst führt der Weg durch das Dorf, wo wir erneut alte Häuser entdecken. Dann geht es langsam bergauf. Der schmale Weg ist dick bedeckt mit Lärchennadeln. Wie schön muß es hier wohl im Herbst sein, wenn die Lärchen golden leuchten? Wir werden es noch herausfinden, ganz bestimmt.

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Inmitten diesen Lärchenwaldes liegt eingebettet der Bergsee. Überzogen mit einer dicken Eisschicht, perfekt zum Eislaufen.

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Wir verweilen ein wenig und marschieren auf dem Sonnensteig weiter in Richtung Kloster Marienberg und zurück nach Burgeis.

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Leider finden wir kein geöffnetes Kaffee und entscheiden uns nach Mals zu fahren. Ein Südtiroler Apfelstrudel muß einfach sein.

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Neuer Tag, neues Abenteuer. Die Schneefahnen an den Bergspitzen lassen nichts gutes erahnen. Es weht ein kräftigen Wind, wir ändern unseren Plan und fahren nicht nach Wattles, von wo wir eine Schneeschuhtour auf die Höferalm machen wollten. Wir versuchen unser Glück in einem Seitental, fahren nach Matsch und finden am Talende eine windstille Ecke, jedoch ist es noch ziemlich kalt. Der Weg auf die Matscheralm scheint mit Schneeschuhen nicht geeignet zu sein, der Sonnenhang ist aper. Wir entscheiden uns dem Bach entlang zu marschieren, mal sehen wo der Weg uns hinführt. Die Kälte lässt das Wasser in wunderschöne Eisskulpturen erstarren. Überall Eiszapfen. Ein schmaler Weg führt zwischen den Büschen direkt zum Bach. Hier ist er komplett zugefroren, so können wir ganz nah an den Wasserfall ran. Wann kann man schon mal trockenen Fußes inmitten eines Baches stehen?

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Bald schon wird der Weg leider unbegehbar, Bäume liegen über den Hang und es wird schmal und steil. Wir drehen und schmieden neue Pläne. Zurück beim Parkplatz treffen wir ein Paar das gerade von Richtung Matscheralm kommt. Sie bestätigen uns daß der Weg schwierig zu begehen sei, weil sehr eisig. Mit unseren Krallen an den Schneeschuhen sollte das kein Problem sein. Also los zur Matscheralm. Was uns jetzt erwartet ist eine Schneeschuhtour der besonderen Art. Anfangs über blankes Eis, für uns kein Problem. Dann führt ein schmaler Steig in den Wald. Kein Schnee mehr, kein Eis mehr. Wir wandern über Lärchennadeln und Steine.

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Sieht sicher merkwürdig aus. Aber bald schon erweist sich unsere Entscheidung als richtig. Unter den Nadeln versteckt sich immer wieder eine Eisschicht. So geht es abwechselnd bis wir an eine Lichtung kommen. Hier fängt die richtige Schneeschuhtour an. Eine Bank am Sonnenplateau lädt uns auf eine kleine Pause ein.

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Von jetzt an geht es leicht bergab, auf einem breiten Forstweg bis wir die Matscheralm erreichen. Ein herrliches Plätzchen, wir ganz alleine hier oben. Wir geniessen die Sonne und die wunderbare Aussicht auf die Bergwelt.

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Zurück nehmen wir den breiten Fahrweg, dieser ist etwas länger, aber sicher mit Schneeschuhen angenehmer zu gehen. Auch hier wechseln sich blankes Eis und aufgetauter Boden ab. Kurz bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet erreichen wir den Parkplatz. Die Muskeln wollen entspannen und wir sehnen uns erneut nach Wärme. Wie wir es uns schon gedacht haben, der Wellnessbereich hat sich aufs Wochenende gefüllt. Heute heißt es anstehen zum Duschen. Wir benutzen unser Zimmer als Ruheraum und geniessen den letzten Abend in dieser bezaubernden Atmosphäre.

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One thought on “Eine außergewöhliche Schneeschuhtour in Südtirol

  • 23/01/2022 at 17:57
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    Monika ein sehr schöner interessanter Bericht
    Schade so wenig Schnee ❄️ ❄️
    Leider hat uns und euch der Alltag wieder eingeholt 😜

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