Sehenswerte Ruine  am Ufer der  Seine

Sehenswerte Ruine am Ufer der Seine

Von Klosterruine und Kirschenplantagen

Nur wenige Kilometer durch kleine Dörfer und Landwirtschaftliches Gebiet und schon sind wir an der Seine. Über eine beeindruckende Brücke in schwindelerregender Höhe erreichen wir das andere Ufer, wo wir uns über das Feiertagswochenende auf einem neuen, sehr sauberen Stellplatz, dem Camping La Palmeria einmieten. 

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Gleich werden die Räder ausgepackt und schon geht es los ein Stück Flußaufwärts. Dort überqueren wir mit einer Fähre die Seine. Die Benutzung dieser Fähre ist gratis. 

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Am anderen Ufer erwarten wir eine Tour entlang des Flusses, leider führt kein Weg entlang. So treten wir eben über die Straßen durch die Dörfer. Es hat auch etwas Gutes, denn in Jumiéges gibt es interessantes zu sehen. Schon von der Ferne fallen uns die 2 hohen Türme auf. Was das wohl sein kann? Wir nähern uns und erkennen sogleich worum es sich hier handelt. 

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Einst eine schmucke Kirche mit Namen Notre Dame. Heute ist diese Abtei nur noch eine Ruine. 

Die Abtei Jumiéges ist eines der ältesten Benediktinerklöster der Normandie. Die Gründung der Abtei im Jahre 645 durch den heiligen Philibert wird von Königin Mathilde unterstützt, die einen Teil der königlichen Ländereien für ihre Errichtung zur Verfügung stellt. Durch die Wikinger Invasionen 841 wird dem ersten Aufkeimen eines religiösen Lebens allerdings wieder ein Ende gesetzt. Erst im 11. Jahrhundert erlangt Juminéges seine ursprüngliche Pracht wieder. 

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Während der Französischen Revolution wird die Abtei als Kirchengut verkauft und danach als Steinbruch genutzt. Mit der Wiederentdeckung des Klosters durch die Romantiker des 19. Jahrhunderts wird der Zerstörung ein Ende bereitet und die darauffolgenden Eigentümer setzen sich für den Erhalt des Bauwerks ein, sodaß Jumiéges einen neuen Status erhält. Jenen eines Klosters, das sich zum größten Geschichtsdenkmal dieser Region entwickelt hat. 

Die Ausmaße dieser Ruine sind wirklich gigantisch. Um 7.50 Euro kann dieses Bauwerk besichtigt werden. An jeder Ecke, hinter jedem Durchgang verfalle ich regelrecht in Erstaunen.

Das mittlere Kirchenschiff misst ganze 25 Meter in der Höhe und ist somit das höchste Kirchenschiff in der Normandie. 

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Die beiden Kirchtürme, welche uns schon von der Ferne aufgefallen sind, sind ganze 46 Meter hoch. Die Bedachung ist auch hier nicht mehr vorhanden. 

Die Petruskirche gehört zu den ältesten Überresten der Abtei, die noch aus der Zeit vor der Invasion der Wikinger im 9. Jahrhundert stammen. 

Der Kreuzgang ist zum Teil komplett verschwunden. Im angrenzenden Geschäft finden wir dann einen Helm aus früheren Zeiten, zu schwer zum Radfahren.

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Gegenüber wird gerade der Wochenmarkt aufgebaut. Wir warten im Café ab und stocken anschließend unsere Vorräte auf. Wir bleiben dabei aber bei Obst und Gemüse, soviel wie in unserem Rucksack Platz findet. 

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Weiter geht die Fahrt durch die Felder und Obstplantagen. An den Straßen sitzen Verkäuferinnen und bietet ihre Ware an. Natürlich findet noch eine Kleinigkeit Platz in unseren Gepäckstücke, an dieser freundlichen Verkäuferin mit ihren köstlichen Kirschen und Himbeeren können wir nicht einfach vorbeiradeln.

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Aus unserer Vorstellung auf dieser Seite entlang des Seine zu radeln wird auch hier nichts. Ganz im Gegenteil, der Weg führt hoch hinauf auf einen Hügel. Erst oben angekommen wird der Blick frei und wir erkennen wie hoch über dem Ufer wir eigentlich sind. 

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Der einzige Weg führt die letzten Kilometer über eine Hauptstraße, laut Beschreibung. Die Autos rasen im Höllentempo knapp an uns vorbei. Rücksichtsvolle Autofahrer in Frankreich – Fehlanzeige.

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Ich entdecke einen kleinen Weg in den Wald und versuche herauszufinden ob denn dieser nicht in unsere Richtung führt. Und siehe da, es ist ein Single Trail, ein schmaler Wanderweg, aber mit dem Bike gut befahrbar. Nur auf die nieder hängenden Äste müssen wir aufpassen. 

Zurück beim Stellplatz geht es gleich an die Pfannen. Heute verwöhnen wir uns mit Entenleberpastete vom Feinsten mit frischem Baguette, einem grünen Salat und Kaiserschmarren mit herrlichem Marillenröster.

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Das haben wir uns heute verdient.

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