Die Reise der „HECTOR“ nach Nova Scotia

Die Reise der „HECTOR“ nach Nova Scotia

 

 

DIE ERSTEN SIEDLER UND GRÜNDER VON NOVA SCOTIA

 

 

Nach 2 Tagen Charlottetown begeben wir uns  auf die Südküste, wo wir über die Confederation Bridge Prince Edward Island wieder verlassen. An dem verschlafenen Küstenstreifen liegt das beschauliche  Künstlerdorf Victoria mit seinen hübschen Häusern und natürlich einem Leuchtturm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin froh daß wir bei der ersten Überfahrt über die 13 km lange Brücke schönes Wetter hatten, heute ist die Sicht etwas durch den Regen getrübt. Trotz des Regenwetters bummeln wir der Küstenstraße entlang, übertreten die Grenze von New Brunswick nach Nova Scotia. Diesen Teil Kanadas wollen wir die letzen Tage auf unserer Reise ein wenig erkunden.

 

 

 

 

 

 

Ein kurzer Zwischenstopp in Tatamagouche führt uns zu einem besonderen Hotel. Wie auch der Speisesaal befinden sich die „Schlafräume“ in den alten, renovierten Zugwaggons. Der Zutritt zum Café führt durch einen bunten Geschäftsraum.

 

 

 

 

 

 

 

 

In Pictou sind wir schon fast am heutigen Ziel angelangt. Dieser kleine Ort ist für eine ganz besondere Geschichte bekannt. Diese möchte ich euch erzählen:

 

 

 

 

Am 15. September 1773 legte das Schiff „Hector“ am Brown´s Point, dem jetzigen Hafen von Pictou, mit 189 Passagieren an Bord an. Diese 33 Familien und 25 Männer gründeten die erste Ansiedlung in Nova Scotia, den heutigen Ort Pictou.

 

 

 

 

 

 

Aber das ist nicht der Hauptgrund für ihren einzigartigen Platz  in der kanadischen Geschichte. Der bleibt für ihre Beharrlichkeit und Mühe, für die Freiheit ein eigenes Stück Land zu besitzen. Bald darauf folgten viele Schotten den Menschen der „Hector“ in dieses Land Neu Schottland, als sie von ihrem Erfolg hörten.

 

Die Ereignisse, die zur Reise der „Hector“ führten, begannen am 16.April 1746 mit der Schlacht von Mulloden, wo ein erbitterter Kampf zwischen den Highlandern und den britischen Loyalisten stattfand. Die Highlander waren bereits nach nur einer Stunde besiegt und letztlich herrschten die Loyalisten über die Highlander und machten ihnen das Leben unerträglich.

 

 

 

 

Ein gebürtiger schottischer Presbyterianer (reformierter Pfarrer), Dr. John Witherspoon und sein Bekannter, John Pagen, waren dafür verantwortlich die Siedler nach Pictou zu bringen. Diese beiden Herren erwarben die Verträge über 200 000 acre Land von der Philadelphia Land Grant Company, zu deren Aktionären auch Benjamin Franklin gehörte.

Witherspoon, Pagen und ihr Agent John Ross machten den Schotten einen attraktiven Vorschlag, der ein Stück Farmland mit einer Jahresversorgung und dem Versprechen für einen unterschiedlich fruchtbaren Boden beinhaltet. Eine Schiffsladung mit Menschen war in kurzer Zeit gesichert.

 

 

 

 

 

 

Unter dem Kommando des in England geborenen Kapitäns John Speirs verließ die „Hector“ Loch Broom, Rosshire im Juli 1773.

 

 

 

 

Sie erlebte eine schwierige Reise, die einen schweren Sturm vor der Küste Neufundlands mit einschloß, der das Schiff so weit vom Kurs abtrieb, dass es volle 2 Wochen dauerte, bis sie wieder ihre alte Position erreicht hatte. Unterkünfte und Versorgung waren von schlechter Qualität und der Ausbruch von Pocken hatte den Tod von 18 Menschen an Bord, die meisten von ihnen Kinder, zur Folge.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasser musste während der nächsten Reiseetappe rationiert werden und der  Lebensmittelmangel war so schlimm, dass die verschimmelten Essensreste, die man vorher weggeworfen hatte, die letzten Tage vor der Reise gegessen wurde.

Endlich, nach 9 Wochen auf dem modrigen Rundboden-Frachtschiff, erreichte die „Hector“ Pictou. Die abgehärteten Passagiere, die so viel erlitten hatten, konnten nun ihren Fuß an Land setzen und ein neues Zuhause für sich und ihre Generationen nach ihnen schaffen.

 

 

 

 

 

 

Der Ort Pictou arbeitet heute daran das Hafengebiet zu beleben, wobei im zentralen Brennpunkt die Kopie der „Hector“ steht.

 

 

 

 

 

 

Wir besichtigen das Museum, das Schiff kann wegen Rutschgefahr (Regen) leider nicht betreten werden.

 

 

 

 

 

 

Wenn ich mir das doch sehr kleine Schiff ansehe, stelle ich es mir unglaublich vor, daß 200 Menschen an Bord der „Hector“ Platz finden konnten. Die Schlafnischen waren nur 60 cm hoch und pro Familie stand ein Bett in einer Breite von 1 Meter zur Verfügung. Die Menschen die alleine reisten hatten da einen wirklichen Vorteil.  Toilette an Bord – Fehlanzeige! Dieses Geschäft wurde über der Reeling erledigt. Unfassbar was diese Menschen auf sich genommen haben.

Auch wenn unsere Henriette im Verhältnis zu den Monstern hier richtig klein ist, haben wir doch im Vergleich zur Hector einen Palast auf Rädern.

 

 

 

 

 

 

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